Lebenskuehe - Lebenstiere  Mu(h)t zu neuen Wegen                            

              

In Gedenken



Niklas

"Irgendwann werden wir uns voneinander verabschieden müssen. Und auch, wenn die Energie sich nur verändert und nicht vergeht, wird es nicht mehr das Gleiche sein." (N. Tschierse)

Lieber Niklas, wir sind noch immer fassungslos. Wir hätten dich so gern wieder nach Hause zu deiner Herde geholt. Es war so schön, dass du hier nach Auflösung des früheren Milchbetriebs zur Welt gekommen bist. Es war so schön, dass dich deine Mutter umsorgen konnte. Leider war sie damals so krank, dass du sie trotzdem zu früh verloren und lange um sie getrauert hast. Wie schön ist die Vorstellung, dass Ihr Euch wieder begegnen könnt. Kurze Zeit nach dem Verlust deiner Mutter wurde dein Zuhause zu einem Schutzhof für Lebenskühe. Wir konnten deine frühere Gefährtin Holli Hope wieder zu dir holen und auch die süße Lilli zog ein. Es war schön, dass Du zu Beiden eine so enge Verbindung hattest. Auch wenn du meistens eher schüchtern und introvertiert bliebst, kam deine Lebensfreude wieder. Niklas, als wir dich in die Klinik brachten, hatten wir noch Hoffnung Dich retten zu können. Wir haben uns noch so viel mehr Lebenszeit für Dich gewünscht. Wir überzeugten den Tierarzt in der Klinik dich zu operieren. Alle vorangegangenen Vermutungen zur Ursache deiner Bauchschmerzen bestätigten sich nicht.Es stellte sich heraus, dass deine Blase durch Harnsteine gerissen war. Wir schöpften neue Hoffnung, als es dir nach der OP wieder besser ging. Die Nierenwerte wurden besser, der Appetit kam ganz langsam wieder. Es war schön, dass Du dich über den mitgebrachten Zwieback gefreut hast. Doch das hielt leider nicht lange an. Es wurde klar, dass die Harnblase noch immer nicht dicht war. Die Nierenwerte verschlechterten sich rapide, dein Appetit verschwand völlig und Du wolltest nicht mehr aufstehen. Es gab keine Aussicht auf Heilung. Deshalb entschieden wir uns schweren Herzens Dich erlösen zu lassen. Gut, dass Astrid bei dir sein konnte. So warst du zwar fern deiner Herde aber nicht allein. Wir sind auch froh, dass Inge und Sonja Dich umsorgten, nachdem Du deine Mutter verloren hattest. Es war auch gut zu wissen, dass Hofbetreiber Peter sich gut um Dich gekümmert hat. Du hattest zwar nur wenige Paten, dafür aber ganz Großartige! Wir werden Dich sehr vermissen!  

Ich dreh die Zeit zurück auf Anfang
Als die Welt noch ganz neu war
Und Vergänglichkeit wird Neuland
Und die Sicht wird wieder klar          

(Unheilig)


Luci

„Wenn du auf mich wartest, dann werde ich zu dir kommen
Obwohl ich so weit gereist bin
Ich habe für dich immer einen Platz in meinem Herzen“

(Tracy Chapman, The Promise)

Das Leben ist nicht fair. Wir wünschen uns für alle unsere Tiere, dass sie bei uns glücklich alt werden können. Doch manchmal hilft alles Kämpfen und Hoffen nicht mehr. Seit Freitag war unser Tierarzt täglich bei Luci. Sie war am Bösartigen Katarrhalfieber erkrankt. Ein sehr seltener Virus, der plötzlich und mit einer ungeheuren Heftigkeit bei ihr ausgebrochen war. Durch die Infusionen gelang es unserem Tierarzt sie nicht nur zu stabilisieren, sondern es ging ihr auch täglich ein wenig besser. Ihr Fieber ging gleich am ersten Tag wieder runter. Obwohl die Sterberate bei diesem Virus bei über 90 Prozent liegt, hatten wir Hoffnung. Unsere Freunde von der Villa Kuhnterbunt aus der Schweiz standen uns ebenfalls mit ihrer Erfahrung zur Seite. Luci kämpfte und war so tapfer. Doch dann konnte auch sie nicht mehr. Sie wollte nichts mehr trinken und nichts mehr essen. Ihre Atemnot wurde zusehends heftiger. Wir fürchteten, dass sie uns erstickt. Hier war der Punkt erreicht, wo wir uns gemeinsam mit unserem Tierarzt dafür entschieden haben, Luci zu erlösen. Wir sind sehr traurig, denn Luci war bis zuletzt eine unglaublich lebensfrohe Kuh gewesen. Zwei Familien aus Bayern hatten sie in ihren ersten zwei Lebensjahren liebevoll umsorgt. Sie setzten sich auch für Luci und ihre beste Freundin Leni ein, als der Landwirt die Beiden zweijährig schlachten lassen wollte und baten uns um Aufnahme. Sie haben Luci gerettet und sie auch danach noch oft besucht. Liebe Luci, vielen Dank, dass du uns immer mit deinem lauten Muhen begrüßtest. Gerade dann, wenn Hofbetreiberin Nina mit dem leckeren Futter kam und du schon in der Weite ihr Auto erblicktest, gab es für dich kein Halten. Laut rufend kamst du sofort an den Zaun. Und wehe, Nina hielt noch vorher an einer anderen Stelle an. Luci, wir haben im Leben nicht damit gerechnet, dass wir dich so schnell verlieren würden. Du warst noch jung, kräftig und bisher immer gesund. Machs gut, hübsche Luci. Wir und auch deine beste Freundin Leni werden dich sehr vermissen!

 

Penny Pippilotta
"Wie kann man etwas so Winziges gleich so schrecklich gern haben"
(Astrid Lindgren)

Unsere ehemalige Milchkuh Holli Hope brachte am 2. Oktober die kleine Penny  Pippilotta zur Welt. Leider wollte die Kleine nicht so richtig trinken und wurde vom ersten Tag an mit der Flasche zugefüttert. Auch mehrere Tuerärzte konnten nicht helfen, Am fünften Lebenstag kam sie in die Klinik nach Gießen, wo aufgrund eines Darmverschlusses eine Not-Op durchgeführt wurde – leider konnte Penny trotz allem nicht mehr gerettet werden. Wir vermissen sie sehr. 



Sternenschnuppe
"Wenn du dich an mich erinnern möchtest, brauchst du nur jeden Tag in den Himmel zu schauen. Sieh nach oben. Kleine Sterne leuchten ewig." (Jando)

Da Holli Hope nun Milch hatte, aber kein Kalb mehr, wurde "Sternenschnuppe“ aus dem Milchbetrieb geholt, wo Holli vorher war. Sternenschnuppe war ein Zwillingskalb, dessen Mutter und Bruder nicht mehr lebten. Sie ist nach der weißen Zeichnung in ihrem schwarzen Fell benannt, die wie eine Sternschnuppe aussieht. Leider akzeptierte Holli das Kalb nicht. Marion, vom benachbarten Hof, bot an, Sternenschnupppe mit der Flasche aufzuziehen. Sie hat auch einen Tierschutzhof und Erfahrung mit Flaschenkälbern. Leider gab es bei Sternenschnuppe wohl organische Probleme, die manchmal bei Zwillingskälbern auftauchen. Sie war superfit, bekam dann aber Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfe. Der Tierarzt war mehrfach da, beim letzten Besuch konnte er die Kleine leider nicht mehr retten. Wir vermissen sie sehr. Foto: M.D.