Lebenskuehe - Lebenstiere  Mu(h)t zu neuen Wegen                            

              

Die Kühe als Schlüssel für einen neuen Weg

Entstehung von Stoppels Offenem Lebenshof


Wir lernten Marion und ihren Hof auf der Suche nach einem Platz für unsere Kühe kennen.  . Zwar gab es auf ihrem Hof keinen Platz für unsere Lebenskühe, doch sie vermittelte uns an den jetzigen Hof in der Nachbarschaft. Wir blieben miteinander verbunden. 

Marion kam oft zum Helfen, hatte immer einen Rat und stellte selbst viele Fragen. Wie das geht, dass wir unsere Kühe nicht nutzen. Ob Tiere essen akzeptabel ist, wenn sie vorher ein schönes Leben hatten und die Transportwege kurz sind.
Wir tauschten uns über unsere Ansichten aus. Marion saß dann oft noch bei unseren Kühen auf der Weide. Sie selbst hat eine kleine Herde Galloway-Rinder und besonders zu den Mutterkühen einen besonderen Bezug. Lieschen, Sonja und der kleine Clandestino sind auch gerettete Tiere. Clandestino hat ihr der Landwirt als kleines Häufchen Elend überlassen. Marion  päppelte ihn vom schwachen Flaschenkalb zum starken Jungbullen auf. Er sollte in ihrer Herde neue Kälber zeugen, die gemeinsam frei mit ihren Müttern auf der Weide laufen und dann beim nahen Bauern geschlachtet werden sollten.

Doch es kam alles anders. Die diesjährigen Kälber waren besonders vertrauensvoll. Doch alle behalten? Wie sollte das gehn? Als unser Klauenpfleger da war, war Marion wieder zum Helfen zur Stelle. Er zeigte Fotos von Milchbetrieben, in denen die Kühe im tiefen Mist standen, die Klauen völlig verwachsen. Schockierende Bilder. Wieder ein Anlass zum Nachdenken. Ein weiterer was der Unfall eines Kälbertransportes ganz in der Nähe. Marion begann neue, vegane Produkte auszuprobieren. Außerdem übernahm sie Patenschaften für unsere Kühe. Dann kam Sternenschnuppe - ein unfruchtbares Zwillingskälbchen, das wir ihr zum Päppeln auf ihren Hof gaben. Sie war ein zauberhafter kleiner Wirbelwind und genoß es von Marion liebevoil umsorgt zu werden. Sie zog alle in ihren Bann. Leider hatte sie als Zwillingskalb wohl organische Vorschäden. Ihr Bruder war bereits bei der Geburt gestorben. Bei Sternenschnüppchen wurde der Tierarzt zum Dauergast. Leider starb unsere Kleine noch im Beisein des Doktors. Es war furchtbar.
Für Marion stand fest, dass auf ihrem Hof nie mehr Kälbchen zur Tötung weg gegeben werden. Um das Eine trauern und die anderen töten lassen, das passte nicht zusammen.

Obwohl sie immer von Nachkommen von ihrem Clandestino geträumt hatte, ließ sie ihn kastrieren. Weil sie nicht alle Rinder behalten konnte, vermittelte sie ihn mit seiner besten Kälbchenfreundin Kamille und deren Mutter Kati auf einen Lebensplatz. Inzwischen leben Marion und ihr Lebensgefährte überwiegend vegan. Einzige Ausnahme - Eier ihrer Hühner.
Ihren Hof hat Marion in einen Lebenshof umgewandelt. Sie sagt, sie lebt nun endlich im Einklang mit ihren Werten. Es ist nicht einfach, neue Wege zu gehen. Marion hat unseren tiefen Respekt und freut sich sicher über Unterstüzung. Besucht sie doch mal auf S-O-L Stoppels offener Lebenshof.
Foto: Marion und Clandestino