Initiative Lebenstiere e. V.                           


             

20. Dezember

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Nicht lange darauf, zur Abendzeit, kamen die sieben Zwergzebus nach Haus; aber wie erschraken sie, als sie Schneewaltraud auf der Weide liegen sahen. Sie regte und bewegte sich nicht, als wäre sie tot. Da sahen sie, dass ihr die schwere Glocke den Atem nahm und rissen mit ihren Hörnern den Riemen entzwei; Da fing Schneewaltraud an ein wenig zu atmen und ward nach und nach wieder lebendig.

Als die böse Weinkönigin aber nach Haus gekommen war, ging sie vor den Spiegel und fragte: "Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land?" Da antwortete er wie sonst:

"Frau Weinkönigin, Ihr seid die Schönste hier. Aber Schneewaltraud über den Bergen, bei den sieben Zwergzebus ist noch tausendmal schöner als Ihr."

Als sie das hörte, lief ihr alles Blut zum Herzen, so erschrak sie, 'denn sie sah wohl, daß Schneewaltraud wieder lebendig geworden war. "Nun aber," sprach sie," will ich etwas aussinnen, das dich zugrunde richten soll", und fertigte eine giftige Bürste. Dann verkleidete sie sich und nahm die Gestalt eines alten Weibes an. So ging sie hin über die sieben Berge und sprach: "Schneewaltraud, was hast du für ein schönes Fell, darf ich es bürsten?" Schneewaltraud dachte an nichts Böses und ließ die Alte gewähren. Aber kaum hatte sie den ersten Bürstenstrich vollbracht, verhakte sich die Bürste im Fell und das Gift darin wirkte bis unser Rindchen ohne Besinnung niederfiel. "Du Ausbund von Schönheit," sprach die boshafte Weinkönigin, "jetzt ist's um dich geschehen," und ging fort.

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